Kirschbaum europäisch
 

Handelsnamen:

Kirschbaum (Deutschland)

Cherry (Großbritannien)

Cerisier, Merisier (Frankreich)

 
Botanische Bezeichnung:

Prunus avium L.

Prunus cerasus Scop.

Prunus nigricans Ehrh.
Cerasus avium Moench.
Cerasus dulcis Gaertn.
Cerasus nigra Mill.
 
Herkunftsnamen:

Süßkirsche, Vogelkirsche, Wildkirsche (Deutschland); Kersen (Niederlande); Gean, Mazzard, Wild cherry (Großbritannien); Merisier (Frankreich); Ciliegio selvatico (Italien); Kirsebear (Dänemark); Galbga, Guignier (Schweiz); Cerezo silvestre (Spanien); Bird cherry (USA); Yabani visne (Türkei); Karaz barri (Arabien).

 

Vorkommen:

In ganz Europa vorkommend – mit Ausnahme im Norden und Nordosten -, ferner im Kleinasien, dem Kaukasus und in den USA.

 
Charakter:

Ein raschwüchsiger Baum, der ein Alter bis etwa 100 Jahre, eine Höhe bis 20 m und Durchmesser bis 100 cm erreicht. Der Schaft ist gut und walzenförmig gewachsen und meist bis etwa 6 m astfrei. Die Rinde ist rötlichgrau, glänzend, mit breiten, rostfarbenen Lentizellen, sehr zäh, in der Jugend glatt, später ringelborkig, ähnlich der Birke. Splint und Kernholz sind nur schwach unterschiedlich. Der Splint ist schmal, gelblich oder rötlich, während das Kernholz bei Frischeinschnitt blassbraun bis rötlich ist, später auf rötlichbraun nachdunkelnd. Zuweilen ist das Holz gestreift oder geflammt und dadurch sehr dekorativ, im Quartierschnitt hat es einen schönen, silbrigen Glanz, wobei es durch schmale Spiegel etwas an Ahorn erinnert. Zuwachszonen sind deutlich erkennbar. Das Hol ist durchweg geradfaserig mit einer feinen und gleichmäßigen Textur. Die Trocknung vollzieht sich leicht und schnell, wobei aber eine geringe Tendenz zum Werfen besteht. – Das Holz ist sehr hart, fest, ziemlich biegsam und elastisch, wenig schwindend und nicht witterungsfest. Es lässt sich äußerst schwer spalten und hat eine gute Brennkraft. Der Baum hat eine gummiartige Ausscheidung, die das sogenannte „Kirschgummi“ liefert. – Die Bearbeitung kann mit allen Werkzeugen gut und leicht erfolgen und entspricht in der Bearbeitung in etwa der Esche. Gehobelte Flächen werden schön glatt und lassen sich fabelhaft polieren. Kirschbaum lässt sich sehr gut messern, drechseln und schnitzen. Lack, Farbe, Beize und Leim werden gut angenommen, wobei sich das Holz durch Alkalien leicht auf einen schönen Alterston nachdunkeln lässt. Schrauben und Nägel halten gut. – Gewicht des frischen Rundholzes ca. 900 kg/cbm, des lufttrockenen Schnittholzes ca. 700 kg/cbm, spezifisches Gewicht 0,58 bei 15 % Feuchtigkeitsgehalt. Die Gewichte unterliegen Schwankungen je nach Herkunft und Wuchsgebietes des Holzes.

 
Verwendung:

Kirschbaum ist eines der beliebtesten Ausstattungshölzer und wurde schon im 16. Jahrhundert bevorzugt verarbeitet. Es dient heute für feine Innenausbau, Furniere, Möbel, Intarsien, Luxusgegenstände, Stuhlfabrikation, Messerhefte und –Griffe, Treppengeländer, Bürstenrücken, Musikinstrumente, Drechslereinen und Schnitzereien.

 
Handel: 

Gute und helle Qualitäten sind ständig gesucht, wobei außer dem inländischen Anfall auch noch große Mengen jährlich importiert werden.

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