Weißbuche / Hainbuche
 

Handelsnamen:

Weißbuche (Deutschland)

Hornbeam (Großbritanien)
Charme (Frankreich)

Carpino (Italien)

Gülgen ag (Türkei)

 
Botanische Bezeichnung:

Carpinus betulus L.

Carpinus sepium Lam.

Carpinus vulgaris Mill.

 
Herkunftsnamen:

Hainbuche, Hagebuche, Steinbuche (Deutschland); Yoke elm (Großbritannien); Carpen, Charpene (Frankreich); Gürgen ag, Kayan ag (Türkei); Haagbeuken, Steenbeuken (Niederlande); Grab (Polen); Vitbok, Avenbok (Schweden); Carpe (Spanien); Mamras (Iran).

 

Vorkommen:

Außer Südwest- und in Nordeuropa sonst über ganz Europa verbreitet, ferner im nördlichen Kleinasien bis zum Iran.

 
Charakter:

Der Baum erreicht Höhen bis etwa 25 m mit Durchmessern bis höchstens 100 cm, meist aber geringer. Der Schaft ist bis 10 m astfrei, durchweg spannrückig und unregelmäßig gewachsen. Die Rinde ist bei einjährigen Zweigen olivgrün, bei 2 bis 3jährigen braunrot, etwa vom sechsten Jahre ab grau und glatt. Splint und Kernholz sind nicht unterschiedlich. Das Holz ist grauweiß bis gelblichweiß, nach Trocknung und längerer Lagerung meist hellgrau getönt. Die Jahresringe verlaufen wellig und sind als feine Querstreifen erkennbar. Das Holz hat keinen besonderen Geruch oder Geschmack. Die Textur ist schlicht, fein und gleichmäßig, der Wuchs meist unregelmäßig und drehwüchsig. Die Trocknung muss sehr vorsichtig und langsam erfolgen, da sonst immer Rissbildung auftritt. Es empfiehlt sich, die Rinde bis zur Trocknung am Stamm nicht zu belassen und die Stapelung mit größter Sorgfalt vorzunehmen, wobei die Stapel nicht zu stark der Sonne ausgesetzt sein sollen. Das Holz schwindet sehr stark, ist nicht witterungsfest und nicht dauerhaft, soll sich aber unter Wasser gut halten. – Weißbuche stockt sehr leicht und sehr schnell und muss daher rechtzeitig vor Eintritt des Sommer geschnitten sein. Das Holz ist hart, fest, zäh, sehr elastisch und schwer spaltbar. In seinen mechanischen Eigenschaften ist es der Eiche überlegen. Die Zähigkeit ist etwa 35% größer als die der Esche. Weißbuche lässt sich in trockenem Zustande trotz seiner Härte mit allen Werkzeugen gut und leicht bearbeiten. Es lässt sich gut hobeln, drehen und polieren. Übliche Holzverbindungen mit Leim Zapfen, Schrauben und Nägeln sind gut haltbar. Zum Schälen und Messern ist es nicht geeignet. Gewicht des frischen Rundholzes ca. 1000 kg/cbm, spezifisches Gewicht 0,75 bei 15% Feuchtigkeitsgehalt.

 
Verwendung:

Weißbuche hat mit Rotbuche nur den Namen gemeinsam. Die beiden Hölzer gehören ganz verschiedenen Familien an. Weißbuche gehört zur gleichen Familie wie die Birke. Eines der besten europäischen Werkhölzer für Gebrauchsgegenstände. Es dient zur Fertigung von Maschinenteilen, Schuhleisten, Textilspulen, Hobelbänke, Hackklötze, Schlittenkufen, Radfelgen, landwirtschaftlichen Geräten, Drechslereien, Kegel, Musikinstrumente etc. und überall dort, wo es auf eine feste, harte und dichte Oberfläche ankommt.

 
Handel: 

Weißbuche wird in großen Mengen bearbeitet. Die Vorkommen in Deutschland sind beschränkt, weshalb jährlich aus westeuropäischen Nachbarländern noch große Mengen an Rundholz, Schnittholz und Kanteln importiert werden.

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