Bambus
 

Handelsnamen:

Bambus (Deutschland)

Bamboo (Großbritanien) 
Bambu (Frankreich)

Hazüran, Hind kamisi (Türkei)

Khayzaran, Gana (Arabien)

 
Botanische Bezeichnung:

Bambusa brandisii Shuttl.

Bambusa arundinacea Willd.

Bambusa orientalis Nees.

Bambusa spinosa Roxb. 
(Familie: Gramineae) 
 
Herkunftsnamen:

Kata, Behor, Goda, Manwel, Katanga, Konta bansa (Indien) Kyakawa (Burma); Illi, Mula (Malaya); Kabugauan, Pasingan, Rugian (Philippinien); Mai pai (Thailand).

 

Vorkommen:

Weit verbreitet in Ostasien, besonders in den Ebenen und niederen Hügelländern Ostindiens, an den Flussläufen und in den Tälern Burmas, Sowie China und Nordindien kultiviert.

 
Charakter:

Bambus bildet kein Holz im gewöhnlichem Sinne. Die Leitbündelstränge sind hier nicht in einem Kreis angeordnet, sondern unregelmäßig auf dem Stammquerschnitt verteilt. Ein dauerndes Dickenwachstum mit Holzbildung ist hier daher nicht möglich, so dass auch Bauformen selten sind. Die Art gehört eigentlich zu den Gräsern und soll hier im Wesentlichen wegen seiner großen wirtschaftlichen Bedeutung aufgeführt werden. – Bambus wächst gesellig, dicht und buschig. Es bilden sich Stämme bis zur Höhe von 40 m mit Durchmessern bis zu 15 cm und mehr. Die Internodien sind 30 bis 45 cm lang und haben eine Wandstärke von 3 bis 5 cm. Die Knoten im unteren Teil des Halmes tragen Holzquirle von steifen, meist blattlosen Zweigen, wobei der obere Halmteil überhängt. Die Rohre sind sehr hart durch Verkieselung der Zellwände und sehr gut spaltbar. Sie sind im allgemeinen witterungsfest und dauerhaft, allerdings nicht bei Verwendung im Boden und im Wasser. Der Stengel ist hohl, sehr leicht und fest.

 
Verwendung:

Bambus gehört zu den nützlichsten Gewächsen und ersetzt in Ostasien das fehlende Holz. Es ist bei weitem nicht möglich, die Vielzahl der Verwendungsarten in seinen Wuchsgebieten hier aufzuzählen. Die dickeren Stämme werden zum Bau von Häusern und Brücken, zur Herstellung von Möbeln und Gefäßen, als Pfosten und Träger verwandt. Die schwächeren Stämme werden gespalten und finden Verwendung zum Ausfüllen der Wände, als Fußbodenbelag, Dachdeckung und als Wasserleitungen, zu Bienenkörben, Spazierstöcken, Pfeifenrohre, Messerscheiden und –Hefte, zur Herstellung von Musikinstrumenten etc. Das fein und mehrfach gespaltene Material wird zur Herstellung von Matten, feinem Flechtwerk, Fächern, Dosen und Schachteln gebraucht. In China dient Bambus auch zur Papierfabrikation. In den Hohlräumen der Internodien sammelt sich das kieselsäurehaltige „Tabaschir“, welches im ganzen Orient als Heilmittel bei Gallenfieber, Dysenterie, Gelbsucht, Lungenkrankheiten etc. gebraucht wird. Es kommt als rohes oder kalziniertes Tabaschir den Handel. Es ist durchscheinend, grau, gelblich, bläulich bis schwärzlich und außen mit einer kreideartigen Schicht überzogen, die Tavakkshira = Rindenmilch, in Indien auch Banslochan oder Banskapur, heißt.

 
Handel: 

Bambus ist ein altes Handelsgut und wird laufend importiert. Besonders werden die schwächeren Rohre importiert, während das stärkere Material durchweg in den Wuchsgebieten verwandt wird. 

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