Buche
 

Handelsnamen:

Rotbuche (Deutschland)

Beech (Großbritannien)
Hêtre (Frankreich)
Beuken (Niederlande)
Faggio (Italien)

Haya (Spanien)

 
Botanische Bezeichnung:

Fagus silvatica L.

Fagus silvertris Gaertn.

Castanea jagus Scop.
(Familie: Fagaceae).
 
Herkunftsnamen:

siehe oben

 

Vorkommen:

Weit verbreitet über fast ganz Europa mit Ausnahme des südlichen Griechenland und Spanien. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich in erster Linie zwischen dem 40. und 60. Grad nördlicher Breite mit seinen Randgebieten.

 
Charakter:

Ein langsamwüchsiger Baum, in geschlossenen Beständen und Wäldern wachsend, der Höhe bis etwa 40 m und Durchmesser bis 150 cm erreicht. Der Schaft ist vollholzig, sehr gut und gerade gewachsen, bis zu 15 m astfrei. Die Rinde ist bastfaserfrei, glatt, graugrün. Nur ausnahmsweise zeigen sich im unteren Stammteil Längs- und Querrisse. Als Rindenknollen oder Chinesenbart bezeichnet man erbsen- bis walnußgroße, holzige, dunkle, nach oben gewölbte Linien oder Kugeln in der Rinde, die auf eine abnorme Entwicklung schlafender Augen oder Äste zurückzuführen sind. Die Früchte – Bucheckern – sind dreikantig und reich an Stärkemehl und Öl. – Splint und Kernholz sind nicht unterschiedlich. Das Holz ist rötlichweiß bis hellgrau. Das Herz ist im allgemeinen ohne besondere Färbung. Vorkommende rotbraune Herzfärbung, sogenannter „falscher Kern“ ist eine Krankheitserscheinung des Holzes. Die Markstrahlen sind sehr breit und scharf abgegrenzt, Poren nur mit Lupe zu erkennen. Die Zuwachszonen sind durch porenärmeres, dunkleres Spätholz als Jahresringe deutlich zu erkennen. Das Holz ist schlicht, hart, druckfest, schwer, gut spaltbar und von gleichmäßiger Struktur. Die Trocknung muss langsam und sehr sorgfältig vorgenommen werden, da das Holz leicht zur Rissbildung und zum Werfen neigt. Es schwindet stark, ist nicht witterungsfest und nicht dauerhaft, und wird auch leicht von Insekten und Würmern befallen. Buche lässt sich sehr gut dämpfen, wobei es zunächst einen hellroten, später nachdunkelnd einen rotbraunen Ton annimmt. In gedämpftem Zustande lässt sich das Holz sehr gut biegen. Ungedämpfte Buche hat die Tendenz, auch nach der Trocknung durch die Einwirkung der Luftfeuchtigkeit oder Temperatur- und Klimaunterschiede zu arbeiten, wobei diese Eigenschaft durch die Dämpfung stark herabgesetzt wird. – Für die Verwendung im Freien lässt sich Buche sehr gut imprägnieren, wobei aber zu beachten ist, dass der oben erwähnte Rotkern keine Imprägnierflüssigkeit aufnimmt. – Die Verarbeitung ist mit allen Werkzeugen gut und leicht durchzuführen. Es ist auch messer- und schälbar. Es lässt sich schön hobeln, drechseln und polieren. Farbe, Lack und Leim werden gut angenommen. Schrauben und Nägel halten gut, allerdings empfiehlt sich wegen der Gefahr der Rissbildung Vorbohrung. – Gewicht des frischen Rundholzes ca. 950 kg/cbm, des lufttrockenen Schnittholzes ca. 750 kg/cbm, spezifisches Gewicht 0,65 bei 15 % Feuchtigkeitsgehalt.

 
Verwendung:

Rotbuche ist eines der Hölzer mit den größten Verwendungsmöglichkeiten. Es dient als Bau- und Konstruktionsholz vor allem für innere Verwendung mit mittlerer Beanspruchung, für Treppenstufen, Parkett, Fußboden, im Waggon-, Karosserie- und Schiffsbau, zu gebogenen Holzteilen, als Straßenpflaster, im Berg- und Mühlenbau, für Werkzeug- und Maschinenteile, Werkbänke, Werkzeuggriffe, Stiele, in der Böttcherei, zu Felgen und landwirtschaftlichen Geräten, Holzschuhen, Bürstenhölzer, zur Herstellung von Holzkohle, als Faser- und Papierholz, zu Eisenbahnschwellen, ferner aber auch in erheblichen Umfange als Schäl- und Furnierholz in der Sperrholzfabrikation. Es wird auch als Imitation für Edelhölzer verwandt. – Hiermit sind die Nutzungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft. Wegen seiner großen Brennkraft ist Buche auch noch das Brennholz par exellence, so dass jährlich noch große Mengen des Buchenanfalles nur für Brennzwecke verwendet werden. Es ist ferner Ausgangsstoff für die Holzessigfabrikation und wird in steigendem Maße in der Faserplatten-Industrie und zur Herstellung von Zellulose gebraucht.

 
Handel: 

Rotbuche ist das wichtigste Holz des deutschen Binnenhandels. Die Umsätze hierin sind beträchtlich. Sie gehört auch zu den wenigen in Deutschland wachsenden Holzarten, die für einen Export in Betracht kommen.

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